[ 26.04.2003 ]
Saisonauftakt endet mit Punkteteilung
Herren
splitten gegen Frankfurt 1860
von
Liane Probst-Simon
Mit
einem Splitting endete der Auftakt der Erbacher Grasshoppers gegen den FTV 1860
in die neue Baseballsaison am Samstag auf heimischen Platz. Das Unentschieden
zählt allerdings nur punktemäßig, denn was die Kreisstädter
nach dem ersten, verlorenen Spiel zelebrierten, kam einer Deklassierung der hoch
gehandelten Frankfurter gleich. Das zweite Spiel wurde im sechsten Inning vorzeitig
abgebrochen, wegen Ten-Run-Rule, einem uneinholbaren Vorsprung von zehn Punkten
bei einem Spielstand von 15:5 für die Gastgeber.

Ein einfacher Gegner
waren die Frankfurter keinesfalls - und als Frankfurt 1860 völlig neu in
der Regionalliga. Der Verbandsligist Frankfurt Äpplers und die Mainz Rebels,
zweite Bundesliga, fusionierten und schlossen sich als Baseballabteilung dem Frankfurter
Turnverein 1860 an. Nur aufgrund ihrer nicht ausreichenden Jugendarbeit galt die
Lizenz der Mainzer nicht für die Bundesliga und der neue Verein musste in
der Regionalliga antreten. "Das Ziel ist aber ganz klar Aufstieg", erklärte
Jürgen Helmig, Bruder des Coachs Claus Helmig und ebenso wie dieser ein Urgestein
des deutschen Baseballsports. Das Team wurde massiv verstärkt, unter anderem
durch die Brüder Wander und Braulin Beck von den Dreieich Vultures. Wegen
ihrer starken internationalen Besetzung würden sie zu Hause in Frankfurt
als "Weltauswahl" bezeichnet, so Jürgen Helmig.
Diese
"Weltauswahl" führte auch gleich mit 4:0, unter anderem durch einen
Homerun von Braulin Beck. Die Erbacher verkürzen auf 4:2, woran sich bis
ins vierte Inning nichts änderte. Gute Aktionen zeigte Sven Jäger, der
im rechten Feld den Frankfurtern gleich zwei Fly-Outs bescherte. Wieder war es
Braulin Beck, der einen weiteren Punkt nach Hause brachte, bevor Tobias Lang für
die Erbacher punktete. Zum fünften Inning lösten erst Johann Gelhorn
I, dann der neue amerikanische Coach Brendan Levesque Wolf-Rochus Hahn auf dem
Pitcherhügel ab. Die Frankfurter machten Druck und punkteten auf 7:3 und
auf 13:3 nach dem sechsten Inning. Mit Brendan Levesque als Schlagmann brachte
Erbach im siebenten Innung noch vier Runs nach Hause und das erste Spiel endete
13:7.
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Zum
zweiten Spiel löste für die Frankfurter Andi Becker Wander Beck auf
dem Werferhügel ab, Martin Wroclawski catchte weiter, ebenso Philip Raubauch
für die Erbacher, wobei hier mit Achim Lerch nun ebenfalls ein Linkshänder
auf dem Mound stand. Der knapp vierzigjährige Hawaianer Johnny Lopez holte
für den FTV den ersten Punkt, die Erbacher glichen im zweiten Inning aus
und wurden stärker. Johann Gelhorn I brachte die Grasshoppers in Führung,
im vierten Inning führten wieder die Gäste. Über diese fünf
Runs kamen sie aber nicht hinaus, von nun an gehörte das Spiel den Gastgebern.
Bedauerlich, dass Brendan Levesque als erster Schlagmann ins fünfte Inning
ging. Die Bases waren leer und sein grandioser Homerun brachte nur einen Punkt.
Aber
das Spiel lief für die Grasshoppers. Nach einem Run von Johann Gelhorn I
brachte ein gekonnter Schlag entlang der linken Linie von Tobias Lang Achim Lerch
und Stefan Hoffmann nach Hause. Ein weiterer Superschlag des amerikanischen Coachs
hätte mit drei besetzten Bases zum Grand Slam führen können, aber
der Ball kam im Feld auf, bevor er raussprang. Zwei Punkte für Erbach durch
Tobias Lang und Philip Raubach. Nach dem fünften Inning führte Erbach
mit 8:5. Das sechste Inning bescherte den Frankfurtern drei Aus in kurzer Folge
und die Erbacher gingen in den fulminanten Endspurt. Es kamen zwei gute Schläge
über die linke Linie von Hahn und Hoffmann, Frankfurt wechselte ein weiteres
Mal den Pitcher. Aber auch Lopez konnte den Siegeszug nicht stoppen.
Philipp
Raubach, das 16-jährige Nachwuchstalent der Kreisstädter brachte als
Schlagmann Hoffmann nach Hause, der Coach den schnellen Youngster und Tobias Lang.
Beide Gelhorns punkteten, ebenso Achim Lerch und der auf allen Positionen starke
Trainer. In der zweiten Hälfte des sechsten Inning war der Zehn-Run-Vorsprung
erreicht, womit die Erbacher einen Sieg in der Tasche hatten, der die gesamte
Liga überraschte. Der Vereinsvorsitzende Oliver Hezel schüttelte nur
fassungslos den Kopf und meinte: "Die sind ja wie der Schumacher, kaum regnet
es, gewinnen sie".
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Nicht
ganz so glücklich kam die Jugend von ihrem Auswärtsspiel in Dreieich
zurück, mit einer 1:22-Niederlage im Gepäck. Am 1. Mai müssen die
Grasshoppers zum Pokalspiel zu den Rüsselsheim Moskitos, am 3. Mai zum Ligaspiel
zu den Bad Homburg Hornets. Beim nächsten Heimspiel am 10. Mai sind die Dreieich
Vultures zu Gast in der Kreisstadt. (psi)